Angeln im Spreewald
Der Spreewald ist ein über 3000 km² umfassendes, vom Mittellauf der Spree gebildetes, Gebiet. Hier verzweigt sich der Fluss in über 300 Arme. Das Gefälle ist sehr gering und beträgt nur 15 m auf einer Strecke von 70 km. Deshalb ist die Strömung auch relativ gering und nur an einer Stelle, dem so genannten Spreeze Loch, ist die Strömung bei großer Wassertiefe recht stark.
Die Gewässer des Spreewaldes bieten Lebensraum für alle einheimischen Süßwasserfische, lediglich Salmoniden, wie Forelle und Äsche, sind nicht vertreten. Der Verfasser dieses Artikels hat hier seine ersten anglerischen Erfahrungen gemacht als er seinen Cousin zum Angeln begleitete und plötzlich einen Hecht auf Wurm an der Angel herauszog.
Für den Einsteiger bietet der Spreewald sehr gute Bedingungen. Weißfische wie Plötze und Blei sind fast überall auf Teig oder Wurm zu erbeuten, so dass gerade ein Anfänger selten ohne Fang nach Hause gehen wird und nicht so schnell den Mut verliert. Ein sehr dankbarer Fisch für den Neuling ist auch der Barsch. Sowohl mit Pose als auch auf Grund kann ihm mit Tauwurm oder Rotwurm nachgestellt werden.
Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo der fortgeschrittene Angler größere Fische fangen möchte. Hier ist der Aland (hier mundartlich auch Jeese) ein beliebtes Fangobjekt. Er erreicht eine Länge von 50 cm und ein Gewicht von 2 kg. Ihm wird gern mit Schwimmbrot nachgestellt, er nimmt aber auch tierische Köder. Für die Pirsch auf die Schleie benötigt der Angler Ruhe und Geduld. Sie beißt sehr vorsichtig und spielt oft minutenlang mit dem Köder, bevor sie ihn nimmt. Diesen Fisch finden wir in sehr langsam fließenden Seitenarmen, vorzugsweise unter Seerosen. Eine starke Schleie liefert schon einen aufregenden Drill.
Der Karpfen ist nicht so weit verbreitet. Wenn man ihn aber antrifft, muss man mit starker Gegenwehr rechnen, denn in einem Fluss lebende Karpfen sind meist bessere Schwimmer und Kämpfer als solche die in stehenden Gewässer leben.
Sehr beliebt ist der nächtliche Ansitz auf den Aal. Es kommt vor, dass man nächtelang überhaupt keinen Aal fängt, aber manchmal gleich mehrere in einer Nacht. Als sehr willkommenen Beifang kann man hier mit der Quappe rechnen.
Die Raubfische Hecht und Zander sind im Spreewald ebenfalls zu erbeuten. Hier sollte man jedoch die tieferen Bereiche des Flusslabyrinths aufsuchen und benötigt fundierte Ortskenntnisse. Der größte hier beheimatete Fisch ist der Wels. Im Unterspreewald werden jährlich Exemplare von 2 m gefangen.
Wo immer im Spreewald man angeln möchte, ein Paddelboot oder ein Kahn sind stets von Vorteil, denn beliebte Angelreviere sind zu Fuß meist nicht erreichbar.
Tipp: Auch Hotels Berlin lohnen für einen Urlaubsaufenthalt, wenn man mal nicht angeln will.